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Geschichte der Gemeinde Schöngeising

Schöngeising im Wandel der Geschichte - Bronzezeit bis ins dritte Jahrtausend ...

Umgeben von bewaldeten Höhenzügen eiszeitlicher Moränenhügel liegt Schöngeising im geweiteten Tal der Amper.

 

Noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts ein bäuerlich geprägtes Straßendorf, hat die Entwicklung der letzten Jahre zu einer stetigen Veränderung des Ortsbildes beigetragen.

 

Zahlreiche Funde, Hügel- und Brandgräber in der nächsten Umgebung, sprechen für eine Nutzung unseres Raumes von der ältesten Bronze- bis Hallstattzeit, Viereckschanzen haben sich aus der Laténezeit erhalten. Die Römer errichteten hier eine Brücke über die Amper, an der Raststation trafen sich eine über den Brenner führende Straße und die Via Tiberina, die vielgenutzte Consularstraße von Salzburg nach Augsburg. Als einziger Ort des Landkreises wird Schöngeising dabei schriftlich als "Ambrae" überliefert. Grabungen deuten auf eine Besiedlung bis zum 4.Jahrhundert. Im 9. Jahrhundert wird ein Gotteshaus in der bajuwarischen Ansiedlung genannt, das vermutlich schon älter sein dürfte. 1271 als Filialkirche von Pfarring (heute Pfaffing) an das neue Zisterzienserkloster Fürstenfeld übertragen, nimmt der Einfluß des Wittelbacher Hausklosters auf die Siedlung später zu. Doch gab es daneben noch weitere Herrscher mit Besitzrechten, darunter Landesherren, die die Schöngeisinger Wälder als Jagdrevier zu schätzen wussten. Der mittelalterliche Burgstall Sunderburg diente unter anderem als Jagdhof.

 

Die Gemeindebildung erfolgte nach der Säkularisation erst nach 1818, eine eigene Pfarrei entstand 1891. Mit dem Bahnanschluß 1906 und einem ersten Bevölkerungszuwachs 1946 - 232 Vertriebene fanden ihre erste Unterkunft in einer Barackensiedlung am Bahnhof, Schachtelhausen genannt - wandelte sich auch das Leben im Dorf. Weitere Neusiedlungsschwerpunkte waren Oberfeld und der entlang Römerstraße als zweite Ortsachse. Jüngste Erweiterungen in Richtung Fürstenfeldbruck sind im Gange. Nach langer Schultradition, die sich bis 1603 zurückverfolgen lässt, musste das alte Schulhaus beim Neubau des Pfarrheims 1992/93 teilweise weichen. Von 1960/61 wurde ein Schulneubau errichtet der heute als Bürgerhaus für die örtlichen Vereine dient. Mit Fertigstellung des neuen Kindergartens 1995 rüstet sich Schöngeising nun weiter für die Zukunft.

 

Sehenswert neben einigen erhalten gebliebenen, landschaftstypischen Gebäuden sind besonders die 1708 geweihte Pfarrkirche St. Johannes Baptist mit ihrem weithin sichtbaren Zwiebelturm, aber auch die schöne Marienfigur des Brucker Melchior Seidl von 1691, heute aufgestellt in der Kriegergedenkkapelle an der Amperbrücke. Zwei "Hilgensäulen" genannte Steinbildstöcke erinnern an eine nicht mehr bestehende Wallfahrt hinauf nach Holzhausen. Als technische Besonderheit hat das 1891/92 erbaute Elektrizitätswerk über der Amper zu gelten, von keinem geringeren als Oskar von Miller geschaffen. Auch außerhalb bietet die schöne Veitkapelle des einst klösterlichen Zellhofs oder das überregional bedeutende Bauernhofmuseum im Jexhof, 1987 eröffnet, weitere Anziehungspunkte die man auch auf Spazierwegen erreichen kann. Die abwechslungsreiche, vielfach bewaldete Landschaft der Umgebung mit einem neu ausgewiesenen Naturschutzgebiet an der Amper läßt den Erholungssuchenden Ruhe finden. S-Bahn-Anschluß, zwei Gasthäuser und sommerlicher Biergartenbetrieb steigern die Attraktivität der Ampergemeinde.

 

Der herzogliche Kapellmeister und Komponist Orlando di Lasso gilt unbestritten als bedeutendster Bewohner, der sich hier 1587 auf geschenktem Grund einen Altersruhesitz errichtete. Der Lautenspieler und Mitautor des "Zupfgeigenhansl", Heinrich Scherrer, fand hier im letzten Jahrhundert ein zuhause. Wie auch die etwas in Vergessenheit geratene jüdische Malerin Johanna Oppenheimer oder der Chemiker und Keramikspezialist Gusso Otto Reuß. Das Andenken an weitere Ehrenbürger wie Schulrat Baumann, Pfarrer Johann Paul Nett und Professor Rudolf Krallinger wird in Straßennamen bewahrt.

 

Seit 1999 besteht eine Partnerschaft mit der Gemeinde Lallio/Italien.

 

Zahlreiche Vereine bieten dem Bürger ein reiches kulturelles wie auch sportliches Angebot.

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