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Dorferneuerung

NEUGESTALTUNG ANGERBEREICH - Inn

Dorferneuerung II

 

Neugestaltung Angerbereich - Innerörtliche Bachwege

 

 

Im Zuge der Dorferneuerung möchte die Gemeinde Kottgeisering das Projekt Neugestaltung des Mutterbachslauf im Angerbereich verwirklichen.

Hierzu wurden von der Planerin Monika Treiber, Dipl.-Ing., Landschaftsarchitektur und Stadtplanung zwei Vorschläge erarbeitet.

Variante A Variante B Entwässerungsplan

 

Kottgeisering-Hochwasserkonzept

Durch die Dorferneuerung hat der Planer Uwe Schmidt den Auftrag erteilt bekommen, die Hochwassersituation in Kottgeisering zu untersuchen und Lösungsvorschläge zu planen.

 

Kottgeisering Konzept zum Oberflächenwasserrückhalt

Untersuchung zum Standort und Volumen von Rückhaltemulden. Die Hänge nordwestlich von Kottgeisering werden intensiv landwirtschaftlich genutzt. Die Nutzung entwickelt sich zunehmend vom Grünland zur Ackernutzung mit einem hohen Anteil an Maisanbau. In der Hanglage bildeten sich auf dem anstehenden Moränenmaterial kalkreiche Böden. Das bewegte Mikrorelief führte zu unterschiedlich mächtigen Bodenbildungen. Strukturen wie Raine, Hecken oder Feldgehölze sind selten. Die genannten Voraussetzungen verursachen schnelle Oberflächenabflüsse und damit verbundene Erosion. Diese Abflüsse führen im Ort zu Problemen in Form von Überschwemmungen bzw. Geschiebeablagerungen in den Vorflutern. Damit verbunden ist ein Verlust von wertvollem Oberboden auf den landwirtschaftlichen Flächen, der dann mit zusätzlichen Düngergaben nur begrenzte Zeit kompensiert werden kann. Zusätzlich schädigt der Bodeneintrag die angrenzenden Gewässersysteme in Form von Verschlammung und Nährstoffeintrag.

 

Das Planungskonzept sieht vor, oberflächlich abfließendes Wasser vor dem Erreichen der Ortschaft in Rückhaltemulden zu sammeln und gedrosselt weiterzuleiten. Während der Verweildauer in den Mulden kann sich dort die mitgeführte Sedimentfracht absetzen. Die Standorte der Mulden sind so gewählt, dass mit geringem Aufwand (Erdbewegungen) ein möglichst großes Rückhaltevolumen erzielt wird. Im Vordergrund steht dabei eine Gestaltung, die den natürlichen Gegebenheiten und der landschaftlichen Eigenart Rechnung trägt, d.h. die Mulden sollen als naturnahe Elemente der Landschaft und nicht als technische Bauwerke wirken. Die Nutzung der Stauzonen erfolgt i.d.R. sinnvollerweise als Dauergrünland. Unabhängig vom Bau der Rückhaltemulden sind erosionshemmende Maßnahmen sinnvoll, wie - Nutzung steiler Lagen als Grünland, - Anlage von abflusshemmenden Rainen, - Querpflügen - Untersaaten

 

Das Planungskonzept sieht die Anlage von 16 Mulden vor. Jedem dieser Muldenstandorte ist ein Einzugsgebietzugeordnet. Die Dimensionierung des Drosselabflusses aus den Mulden bzw. die Ableitungsmenge von Wasser bei Anspringen der Notüberläufe ist erst nach konkreter Festlegung der zu realisierenden Mulden sinnvoll. Es muss dann im Einzelfall geprüft werden, ob und wieviel Wasser in die bestehende Rohrleitungen (z.B. bei den Bahnunterführungen) oder in ein neu zu schaffendes System aus offenen Mulden und Gräben abgeleitet werden kann.

Das vom Planungskonzept behandelte Einzugsgebiet hat eine Größe von rund 190 ha. Unter exemplarischer Zugrundelegung eines 15-minütigen Niederschlagsereignisses von 400 l/s x ha beträgt der Abfluss aus dieser Fläche ca. 12500 m³. Das Konzept zeigt Rückhaltemöglichkeiten mit einem gesamten Rückhaltevolumen von ca. 13900 m³ auf. Berücksichtigt man darüber hinaus einen Drosselabfluss in Abhängigkeit der Belastbarkeit von Vorflutern, können noch größere Regenereignisse als der oben genannte Bemessungsregen unschädlich abgeleitet werden. Neben einer Lösung der Abflusssituation in Kottgeisering trägt das Muldenkonzept mit einer Drosselung der Abflüsse aktiv zum Hochwasserschutz aller Unterlieger bei und kann als Baustein eines umfassenden Hochwasserschutzkonzeptes angesehen werden.

 

Die vorgeschlagenen Muldenstandorte nehmen keine ökologisch hochwertigen, von der amtlichen Biotopkartierung erfassten Flächen ein. Die Entwicklung der Rückhaltezonen von überwiegend ackerbaulich genutzten Flächen zu zeitweise überstauten, allenfalls als Grünland genutzten Flächen stellt eine ökologische Aufwertung dar. Durch die Verteilung der 16 Muldenzonen entsteht ein Biotopverbund wechselfeuchter Standorte inmitten einer intensiv landwirtschaftlich genutzten Umgebung. Ergänzt wird der Biotopverbund durch eine Bepflanzung der Dämme, die zu einer ökologischen Aufwertung der weitgehend ausgeräumten Feldflur führt. Großräumiger  betrachtet können sich die einzelnen Mulden als Trittsteine eines Biotopverbunds zwischen dem Höllbach im Südwesten und dem Ampermoos im Osten entwickeln. Neben einer naturnahen Gestaltung der Rückhaltebereiche empfiehlt es sich, auch die Ableitungsstrecken, sofern möglich als offene, naturnahe Gräben und Mulden zu modellieren. Auf diese Weise entstehen weitere Zonen, in denen der Abfluss verzögert und abgeschwemmtes Substrat zurückgehalten werden kann.

 

Ökologische Beurteilung Das Konzept der Regenrückhaltemulden verbessert die Abflusssituation im Westen von Kottgeisering erheblich.(Es handelt sich bei dem Konzept aber nicht um ein komplette Hochwasserfreilegung des Ortes Kottgeisering) Neben einer Entschärfung der Hochwassersituation im Or  Kottgeisering profitieren von der gedrosselten Ableitung des Oberflächenwassers auch alle weiteren Unterlieger an Amper, Isar und Donau. Durch den zeitweisen Einstau der ggf. als Grünland genutzten Mulden entsteht ein Biotopverbund wechselfeuchter Standorte und damit eine ökologische Aufwertung inmitten einer ausgeräumten Landschaft.

 

Hochwasserkonzept Skizze Mulden Hochwasserkonzept mit Luftbild

 

 

 

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